Andreas Schneider, Fachdienstleiter Verkehr und damit auch der Zulassungstelle

7 Fragen und Antworten zum Job in der Zulassungsstelle

Darum ist der Job bei der Zulassungsstelle total unterschätzt

Welche Ausbildung wird benötigt? Wie sind die Verdienstmöglichkeiten? Und gibt es auch mal stressige Momente? Diese und weitere Fragen beantwortet Andreas Schneider, Fachdienstleiter des Fachdienstes Verkehr, zu dem auch die Zulassungsstelle gehört.

Welche Ausbildung wird benötigt, um bei der Zulassungsstelle arbeiten zu können?

Typische Voraussetzungen ist eine Ausbildung im öffentlichen Dienst, z. B. als Verwaltungsfachangestellte*r oder eine vergleichbare kaufmännische Ausbildung, z. B. im Büro- oder Verwaltungsbereich. Wichtig ist aber: Freude an strukturierter Arbeit, Genauigkeit und Umgang mit Menschen.

Wie digital ist die Arbeit bei der Zulassungsstelle?

Die Arbeit ist deutlich digitaler geworden – und entwickelt sich ständig weiter. Alle Vorgänge laufen bereits über digitale Fachverfahren, Daten werden elektronisch verarbeitet und gespeichert, Termine, Vorgänge und Dokumente sind digital organisiert. Das Kfz kann sogar mittlerweile online zu- oder abgemeldet werden.

Trotzdem gibt es noch klassische Elemente wie Prüfung von Unterlagen oder persönliche Vorsprachen, weil nicht alles komplett digitalisiert werden kann (z. B. bei bestimmten Dokumenten oder Sonderfällen). Eine Mischung aus moderner Verwaltung und klassischem Bürgerservice.

„der klar strukturierte Arbeitsalltag wird oft positiv hervorgehoben“

 

Wie flexibel sind die Arbeitszeiten bei der Zulassungsstelle?

Die Arbeitszeiten in der Zulassungsstelle sind grundsätzlich an die festen Öffnungszeiten gebunden – diese müssen natürlich zuverlässig abgedeckt sein. Außerhalb dieser Servicezeiten gibt es jedoch eine gewisse Flexibilität durch das Gleitzeitmodel. Das bedeutet: Viele Mitarbeitende können ihre Arbeitszeit in einem bestimmten Rahmen selbst mitgestalten und so Beruf und Alltag gut miteinander vereinbaren. Ein schönes Plus im Arbeitsalltag: An zwei Tagen in der Woche beginnt die Servicezeit erst um 10:00 Uhr. Das sorgt nicht nur für entspanntere Morgen, sondern auch für mehr Flexibilität im persönlichen Rhythmus – oder eben einfach mal die Möglichkeit, etwas länger auszuschlafen.

Ist Homeoffice bei der Zulassungsstelle möglich?

Teilweise ja – aber eingeschränkt. Es gibt Tätigkeiten ohne direkten Kundenkontakt (z. B. Postbearbeitung, Datenprüfung) können oft im Homeoffice erledigt werden. Aufgaben mit Bürgerkontakt oder physischer Dokumentenprüfung müssen natürlich vor Ort stattfinden.

Wie sind die Verdienstmöglichkeiten?

Das Gehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD-VKA). Einstieg im Bereich EG 6 bis EG 8 TVöD. Der Job ist krisensicher und man hat durch den Tarifvertrag eine klare, gut nachvollziehbare Gehaltsentwicklung – man weiß also ziemlich genau, wie es finanziell Schritt für Schritt weitergeht.

Was macht Deinem Team besonders viel Spaß in ihrem Job?

Typische Rückmeldungen aus dem Team sind, dass besonders der direkte Kontakt mit Bürger*innen geschätzt wird. Viele finden es schön, ganz konkret helfen zu können – zum Beispiel, wenn eine Fahrzeugzulassung schnell und unkompliziert erledigt werden kann. Auch der klar strukturierte Arbeitsalltag wird oft positiv hervorgehoben, weil er für Verlässlichkeit und gute Planbarkeit sorgt. Dazu kommt das starke Teamgefühl in den Zulassungsstellen, das den Arbeitsalltag zusätzlich angenehm macht. Viele sagen am Ende des Tages: „Man merkt einfach, dass man etwas ganz Konkretes geschafft hat.“

Gibt es auch etwas, dass ihnen nicht so viel Freude bereitet?

Auch das gehört ehrlich dazu: In Stoßzeiten kann es schon mal zu einem hohen Kundenandrang kommen. Manchmal sorgen auch unvollständige oder komplizierte Unterlagen für zusätzlichen Aufwand, und gelegentlich entsteht Zeitdruck, wenn viele Vorgänge gleichzeitig bearbeitet werden müssen. Aber genau in solchen Momenten zeigt sich, wie wichtig gute Teamarbeit und klar strukturierte Abläufe sind – denn gemeinsam lässt sich auch ein voller Arbeitstag gut meistern.

 

Kurz zu meinem Werdegang:

Mein Weg in der Kreisverwaltung hat klassisch mit der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten (2010–2013) begonnen. Schon während dieser Zeit war ich in der Führerscheinstelle eingesetzt – also genau im Bereich, der auch eng mit der Kfz-Zulassungsstelle und dem Verkehrsbereich zusammenhängt. Dort hatte ich früh Kontakt zu Bürger*innen und konnte erste Erfahrungen am Schalter sammeln.

Nach der Ausbildung wurde ich direkt als Sachbearbeiter übernommen und habe weiterhin in der Führerscheinstelle gearbeitet – mit viel Kundenkontakt und den typischen Aufgaben, die man auch aus der Zulassungsstelle kennt: Unterlagen prüfen, Vorgänge bearbeiten und gemeinsam mit den Bürger*innen Lösungen finden.

Parallel dazu habe ich die Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt (2014–2017) am Verwaltungsseminar absolviert. Danach ging es für mich in den Bereich Personal, wo ich von 2017 bis 2021 als Personalsachbearbeiter gearbeitet habe.

2021 habe ich dann die Sachgebietsleitung der Führerscheinstelle übernommen und damit auch erste Führungsverantwortung getragen. Seit 2024 bin ich Fachdienstleitung Verkehr.

Mein Werdegang zeigt gut, dass man in der Verwaltung – gerade auch im Bereich rund um Kfz-Zulassung und Verkehr – viele Entwicklungsmöglichkeiten hat. Man kann klein im Sachbearbeitungsbereich starten, ganz nah am Bürger arbeiten und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln, bis hin zu verantwortungsvollen Leitungsfunktionen. Besonders spannend ist dabei, dass man verschiedene Bereiche kennenlernt und immer wieder neue Perspektiven dazugewinnt – aber der Bezug zum „klassischen Verwaltungsalltag“ mit Bürgerkontakt bleibt oft bestehen.

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Fragen zur Ausbildung in der Zulassungsstelle beantwortet Jan Thomas

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